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Surfinfos

  1.  Geschichte
  2.  Sicherheitsregeln
  3.  Surftechnik
  4.  Materialkunde

Geschichte des Surfens

Der westlichen Welt ist das Surfen seit 1778 bekannt. Damals entdeckt Captain James Cook die Sandwich Inseln, das heutige Hawaii. In seinem Logbuch berichtet er vom „Sport der Könige“ dem Surfen. Polynesischen Überlieferungen zufolge ist das Wellenreiten aber noch viel älter. Die damaligen Boards waren aus schwerem Redwood Holz gebaut und besaßen weder Finne noch Leash.

1900 wird Hawaii zum Territorium der USA erklärt. Im wachsendem Tourismus entsteht der Beruf des „Beach Boys“. Diese Surfen zur Erheiterung der Touristen, sind die ersten Life Guards und auch ein bisschen Surflehrer. Erste Surfclubs werden gegründet.

1912 gewinnt der hawaiianische Beachboy Duke Kahanamoku die olympische Goldmedaille im Freistil. Der Welt zeigt er eine neue Schwimmtechnik, das vom Wellenreiten abgeschaute Kraulen. Danach bereist er die Welt und verbreitet das Surfen, was ihm den Namen „the Father of Surfing“ einbringt.

Nach dem 2. Weltkrieg werden die Surfboards überwiegend aus Balsaholz und immer mehr auch aus PU Schaum gebaut und mit Fieberglas und Kunstharz beschichtet. In Malibu Beach Kalifornien wird das erste Board mit Finne gebaut.

1952 erfindet Jack O’Neill den Neopren-Anzug und macht somit das Surfen weltweit möglich.

Auf der äußersten Brettspitze des Boards zu stehen und die Zehen über die Nose ragen zu lassen ist um 1960 herum das Manöver schlechthin. Noserider heißen die neuen Shapes.

Bruce Brown dreht den legendären Film „The Endless Summer“.

Bei den ISA World Surfing Games 1966 fährt der junge Australier Nat Young ein deutlich kürzeres Board als die Konkurrenz. Überraschend wird er Weltmeister und von da an werden die Surfboards immer kürzer. 

1969 entwickeln die amerikanischen Surfer Hoyle Schweizer und Jim Drake den ersten Windsurfer. Sie wollen eigentlich nur das „Ins Line Up“ paddeln durch hinaussegeln ersetzen und erfinden so eine neue Sportart.

Als Anfang der Siebziger die Leash erfunden wird, wird sie zunächst nur von Warmduschern benutzt. Am Ende setzt sie sich aber doch durch.

1982 geht aus der Zusammenlegung verschiedener Surfverbände die ASP (Association of Surfing Professionals) hervor. Auf der World Qualifying Series (WQS) können sich Surfer für die World Championchip Tour (WCT) qualifizieren. Die WCT, auch Top 44 genannt, ermittelt jedes Jahr den Profi Weltmeister.

Die 1964 gegründete ISA (International Surfing Association) organisiert ausschließlich Amateur Wettkämpfe.

Die bis heute erfolgreichsten Wettkampfsurfer sind bei den Frauen Layne Beachley (AUS) und bei den Männern Kelly Slater (USA).

© Santa Cruz Surfing Museum

© Santa Cruz Surfing Museum
  1. Anfänger sollten niemals ohne Beisein eines erfahrenen Surfers aufs Wasser gehen.
  2. Orientierung: Wo bin ich (Strömungskreislauf) und wo sind die anderen (Abstand halten).
  3. Gehe niemals direkt hinter anderen Surfern ins Wasser.
  4. Board festhalten! Unkontrollierte Bretter sind auf dem Wasser das Sicherheitsrisiko Nummer eins.
  5. Abstand halten! Konntest Du Dein Board einmal nicht festhalten hast Du hoffentlich ausreichend Abstand zu den anderen Surfern gehalten. (Abb. 1)
  6. Bringe niemals Dein Board zwischen Dich und die Wellen.
  7. Strömungskreislauf einhalten: Willst Du auf die Outside musst Du, wie Alle anderen Surfer auch, durch den Chanel rauspaddeln und Dich dann seitlich dem Peak nähern. So haben die Hereinsurfenden mehr Platz. (Abb. 2)
  8. Es geht immer nur ein Surfer auf die Welle. Wer dichter am Schaum positioniert ist hat die Vorfahrt. (Abb. 3)
  9. Rauspaddelnde Surfer müssen den Reinsurfenden die Wellenschulter freihalten. (Abb. 4)
  10. Safety First!!! Ob Vorfahrt oder nicht, riskiere nicht durch waghalsige Manöver die Gesundheit anderer Surfer.

 

 

Textauszüge Fotos und Skizzen aus dem Buch „Wellenreiten“ vom Weißwasser bis zur grünen Welle, von Frithjof Gauss.

 

 

 

 

Abb. 1: Abstand halten und Board festhalten

Abb. 1: Abstand halten und Board festhalten

Abb. 2: Immer den Strömungskreislauf einhalten

Abb. 2: Immer den Strömungskreislauf einhalten

Abb. 3: Der Surfer im Schaum hat die Vorfahrt.

Abb. 3: Der Surfer im Schaum hat die Vorfahrt.

Abb. 4: Der einfahrende Surfer hat die Vorfahrt.

Abb. 4: Der einfahrende Surfer hat die Vorfahrt.

Surftechnik

Die größten Gefahren beim Surfen sind Unerfahrenheit und Fehleinschätzung des Meeres, woraus wirklich gefährliche Situationen entstehen können. Deshalb sollten unerfahrene Surfer nur im Beisein eines erfahrenen Surfers das Wasser betreten. Gehe niemals ins Meer wenn Du ein ungutes Gefühl dabei hast.

Zunächst sind die freundlichen Schaumwalzen der Inside der bessere Ort zum Trainieren. Outside verlieren Anfänger beim Anstarten der umschlagenden Welle meist die Kontrolle und werden in die Tiefe gerissen. Außerdem ist dort die Einhaltung der Vorfahrtsregeln schwierig. (Abb. 1)

Das Beachten der Strömungen und Gezeiten ist unerlässlich. Mit der Wellenbrechung geht die Strömung in Richtung Ufer. Irgendwo daneben, im tieferen Chanel, zieht die Strömung zurück aufs offene Meer. (Abb. 2)

Auf der Inside trainiert man meist besser bei Low Tide. Während erste Ausflüge auf die Outside bei High Tide angenehmer sind, weil die Wellen dann nicht so radikal brechen. Vorsicht! Bei High Tide kann am Ufer ein Shorebreak entstehen. (Abb. 3 + 4)

Die hier gegebenen Tipps dienen vor Allem der Sicherheit. Weiterhin müssen noch folgende Punkte bei der Praxis beachtet werden:

  • Kontrolle des Surfboards: Die Hände haben am Board nichts zu suchen, da sie im Wasser Geschwindigkeit durch Paddeln aufbauen. Das Board muß vom unteren Rippenbogen bis zu den Knien kontrolliert werden. (Abb. 5)
  • Aufstehen: (Foto) Ob Sprung- oder Schritttechnik, steige niemals übers Knie auf. Die Füße stehen Schulterbreit oder evtl. sogar noch breiter auseinander, der Körperschwerpunkt ist über dem Board und möglichst tief. (Abb. 6)
  • Paddeln und Wellendurchbrechung: Wichtig: Du machst etwas mit der Welle und nicht anders herum!!!
  • Anstarten der grünen Welle: Spüre den Punkt der Beschleunigung. An der grünen Wand ist das Timing entscheidend. (Abb. 7)
  • Board austrimmen und lenken: Nach vorne trimmen beschleunigt das Board, nach hinten trimmen bremst und macht das Board aber auch wendiger. Auf die richtige Dosierung kommt es an. (Abb. 8)
  • Erste Manöver: Wer sein Board richtig austrimmt und somit Geschwindigkeit hat, kann fortan immer sicherer ins Wellental und zur Wellenlippe lenken. (Abb. 9A)

Detaillierte Erklärungen des praktischen Surfens würden an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Hierzu empfiehlt sich der Besuch einer Surfschule. Dort wird, neben aufschlussreicher Theorie, vor allem die oben genannte Praxis trainiert.

Außerdem kannst Du Dich in der Surfschule darauf verlassen das Dein Surflehrer die für Dich passenden Bedingungen wählt und Du Dich somit voll auf Dein praktisches Training konzentrieren kannst.

 

Textauszüge Fotos und Skizzen aus dem Buch „Wellenreiten“ vom Weißwasser bis zur grünen Welle, von Frithjof Gauss.

 

 

 

 

Abb. 1: Freundliche Schaumwalzen

Abb. 1: Freundliche Schaumwalzen

Abb. 2: Strömungskreislauf

Abb. 2: Strömungskreislauf

Abb. 3: Low Tide

Abb. 3: Low Tide

Abb. 4: High Tide

Abb. 4: High Tide

Abb. 5: Kontrolle des Boards

Abb. 5: Kontrolle des Boards

Abb. 6: Take Off. Der Schwerpunkt bleibt unten

Abb. 6: Take Off. Der Schwerpunkt bleibt unten

Abb. 7: Anstarten der grünen Welle

Abb. 7: Anstarten der grünen Welle

Abb. 8: Austrimmen des Bretts

Abb. 8: Austrimmen des Bretts

Abb. 9: Erste kleine Turns

Abb. 9: Erste kleine Turns

Surfboards

Da der Transport von Surfbrettern im Flieger Geld kostet und immer etwas nervig ist, kannst Du als Anfänger- und Aufsteiger zunächst auch auf Leihmaterial bauen, welches heute weltweit erhältlich ist. Im Shop vor Ort musst Du zunächst an den kleinen, schnittigen Shortboards vorbeigehen. Typische Anfängerboards sind die so genannten „Malibus“. Die Nose ist breitflächig und rund geformt, wodurch sie die nötige Stabilität und Auftrieb bietet.
Als Faustregel gilt: Stell Dich Aufrecht hin und strecke einen Arm über Deinen Kopf. Dieses Maß ist ein guter Anhaltspunkt wie lang Dein  Malibu „mindestens“ sein sollte. 10 - 20 Zentimeter länger sind  weniger dramatisch als zu kurz.

Achte bei Gebraucht- oder Leihmaterial darauf, dass das Board möglichst wenige Löcher im Laminat (Aussenhaut) aufweist. Solche Bretter saugen Wasser auf, wodurch sie immer schwerer und irgendwann auch instabil werden. Außerdem kannst Du Dich an den meist scharfkantigen Löchern verletzen.

Surfboards werden in Fuss und Inches gemessen. Ein Fuss sind etwa 30.5cm oder 12 Inches. 1 Inche sind etwa 2.5 cm. Bretter die 9 Fuss und länger sind nenn man Longboards. 7-9 Fuss lange Boards mit breiter Nose nennt man Malibu. 7 Fuss oder kurzer werden Shorboard oder Fish genannt. 

Hast Du bereits Erfahrung und möchtest Dir gerne dein eigenes Brett Shapen lassen? Hierbei kommt es auf Deine Erfahrung und Dein Fahrkönnen an. Lass beides von mindestens einem ehrlichen Freund einschätzen. Dann musst Du wissen wo und wie häufig Du zum Surfen kommst. Das Ergebnis besprichst Du dann mit Deinem Shaper.

Sicherlich kannst Du Dich ab einem gewissen Fahrkönnen an kürzere Bretter wagen. Die Frage ist nur, auf wie viele Wellen Du dafür verzichten möchtest, die Du mit einem freundlichen Malibu bekommen würdest. Deshalb ist es ratsam, dein Malibu solange zu nutzen, bis Du wirklich sämtliche Manöver und Tricks mit ihm beherrscht. Das kürzere Board ist vorerst besser ein Zusatzboard, das Du zwischendurch immer wieder mal ausprobieren kannst.

 

Surf Wax

Um das Abrutschen vom Surfboard zu verhindern, wird auf die Oberseite des Boards Surf  Wax aufgetragen. Je nach Surfregion und deren Wassertemperatur gibt es Cold-, Cool-, Warm- und Tropic Water Wax. Häufig erkennt man Kooks  schon am Strand, weil sie ihre Wachsschicht in der prallen Sonne schmelzen. Na dann mal viel Spaß beim Surfen oder besser gesagt auf dem Board rumrutschen. Eine schöne Brise Sand im geschmolzenen Wax verhindert vielleicht das Ausrutschen, schmirgelt Dir dafür aber Hände und Füsse blutig. Beides sollte also besser vermieden werden. Eine gut behandelte Wachschicht muss nicht vor jeder Surf-Session erneuert werden. Du wirst schon spüren wann es wieder Zeit ist Dein Board zu wachsen. Dann reibst Du auf das vorhandene Wax eine neue Schicht, oder kannst es auch mit einem Wachskamm aufrauen.

 

Leash

Die Fangleine, auch Leash genannt, verbindet Dich mit Deinem Surfboard. Achte absolut penibel auf einen guten Zustand Deiner Leash, denn sie ist Deine Lebensversicherung. Verlierst Du Dein Surfboard, wirst Du zum Spielball der Gewalten. Schwimmend bist Du viel langsamer, wodurch Dir Strömungen und Wellen ordentlich zu schaffen machen können. Wirst Du am Ende müde hast Du keinen Auftriebskörper neben Dir, an dem Du Dich festhalten kannst.

Möchtest Du Dir vor Ort ein Surfboard ausleihen, solltest Du besonders in 3. Welt Ländern Deine eigene Leash mitbringen. Sonst könnte es passieren dass Du mit einem alten Stück Wäscheleine oder Ähnlichen vorlieb nehmen musst. Wichtig: Öffne niemals Deine Leash auf dem Wasser!!! Halte den Klettverschluss sauber und bringe keine Knoten in die Leash.

 

Wetsuit

Aus hygienischen Gründen ist der Kauf eines Wetsuits zunächst ratsamer als der des eigenen Surfboards. In den europäischen Sommermonaten sind 3/2 mm (3 mm ist das Neopren am Körper und 2 mm an den Armen und Beinen dick) ausreichend. Im Frühjahr, Herbst und Winter sind 4/3 mm und 5/3 mm Anzüge besser.

Die Schmerzgrenze, zur Nutzung von Neoprenschuhen, Handschuhen und Haube, liegt irgendwo zwischen 10 – 15 °C Wassertemperatur. So genannte Springsuits oder Shortys haben kurze Ärmel und Beine und können im Hochsommer angenehm sein. Neben dem Wärmeschutz ist der Wetsuit auch ein super Auftriebskörper, Stoss- und Sonnenschutz.

 

 

Textauszüge Fotos und Skizzen aus dem Buch „Wellenreiten“ vom Weißwasser bis zur grünen Welle, von Frithjof Gauss.

 

 

 

Skizze eines Surfboards mit Bezeichnung

Skizze eines Surfboards mit Bezeichnung

Arten von Surfbrettern

Arten von Surfbrettern

Abb. 1: Waxen des Bretts

Abb. 1: Waxen des Bretts

Abb. 2: Leash

Abb. 2: Leash

Abb. 3: Wetsuit

Abb. 3: Wetsuit